1920

Programmschrift bei der Bannerweihe

Am 09.Mai 1920 findet in der Pfarrkirche in Elzach die kirchliche Weihe des neu angeschafften Vereinsbanners statt. Dieser wurde dem Verein vom Lahrer Fabrikanten Nestler gestiftet. Die Festjungfrauen spenden trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage die dazugehörenden Bannerschlaufen. Die Bannerweihe wurde mit einem zweitätigen Fest gebührend gefeiert. Unter Anderem kündigt das noch vorhandene Originalprogramm ein Radrennen, wohl das erste in Unterprechtal, ein "Preislangsamfahren", ein Festumzug, sowie Aufführungen von Reigenfahreren und die Begrüßung der heimgekehrten Kriegsgefangenen an.

1921

Auf Wunsch vieler Vereinsmitglieder entschließt man sich zur Gründung einer vereinseigenen Musikkapelle. Dieses Unterfangen glückt nur durch die unermüdliche Arbeit des Vorstandes Josef Uhl von der Funi. Das Jahr 1921 ist deshalb als die Geburtsstunde des heutigen Musikvereins Prechtal zu bezeichnen. Leider liegen auch über das Entstehen und den Werdegang der Musikgründung keine genaueren Informationen vor. Lediglich die Namen der 13 Gründungsmitglieder sind bekannt. Einige von ihnen waren auch schon bisher als Hausmusikanten bei Hochzeiten aufgetreten, der Rest wird sich wohl erstmals an einem Instrument versucht haben. Blasmusik und Radsport, eine eher seltene Kombination, beide haben sich aber in den folgenden Jahren vorbildlich ergänzt.

Kassenauszug aus dem Jahre 1921

 

Der Chronist sowie das Kassenbuch vermelden 1921 erstmalig nach dem Krieg wieder die Teilnahme an Korsoveranstaltungen in Welschensteinach, Kollnau, Langenbach, Offenburg und Waldkirch.

1922

Der Verein beteiligt sich 1922 erstmals zusammen mit der Musikkapelle an einem Korsofest in Niederwinden und belegt dort den zweiten Platz. Es war wohl der erste Auftritt der jungen Kapelle außerhalb des Heimatortes. Es war nicht ganz einfach in Unterprechtal eine Musikkapelle auf die Beine zu stellen. Es fehlte vor allem an Geld um Instrumente und Noten zu kaufen. Sobald man in der Lage war, drei Stücke zu spielen, zogen die jungen Musiker unermüdlich von Haus zu Haus und spielten um Geld zu sammeln.

1923

Der Gründungsdirigent der Musikkapelle Karl Schwendemann gibt auf, Nachfolger wird der Oberprechtäler Willi Götze. Eine bis auf den heutigen Tag beibehaltene Tradition beginnt, zusammen mit der Musik beteiligt sich die Concordia an der Fronleichnamsprozession in Elzach. 

1924

In Kollnau belegt der Verein am 20. Juli bei einer Korsoveranstaltung Platz acht. Das Kassenbuch vermerkt zu Jahresbeginn 1924 ein Guthaben von 62,90 Reichsmark. An Ausgaben fallen insgesamt 1.090,48 Reichsmark an, die Einnahmen betragen hingegen nur 842,80 Reichsmark  auf, am Jahresende hat der Verein erstmals Schulden.

1925

Bei der Bannerweihe des Radfahrvereins Concordia Yach am 21. Juni 1925 werden wir Patenverein und erhalten eine heute noch vorhandene Bannerschlaufe. Den Meistpreis holt sich die Concordia am 28. August in Schonach beim dortigen Korsofest.

1926

In der Generalversammlung wird beschlossen, zur Deckung der Vereinsschulden einen Sonderbeitrag pro Mitglied von 10 Pfennig monatlich einzuführen.

Ebenso wird eine Theatergruppe gegründet, welche im  Saal  des  Gasthauses „Zum Bürgerhof" in Elzach, dem späteren Kino und der heutigen Volksbank das Stück „Der Leutnant von Hasle" von Heinrich Hansjakob aufführt. Die Leitung hat Hauptlehrer Rudolf Held übernommen, mitgewirkt haben die Musikkapelle, sowie die Gesangsabteilung des Arbeiter- und Bildungsvereins Elzach. Verkauft wurden 95 Eintrittskarten für Erwachsene zu 80 Pfennig und 30 Karten für Schüler zu 50 Pfennig.

1927

Der Verein führt die Bezirkskonferenz mit Radsportfest, Hammeltanz und Gabenverlosung durch. Das Mannschaftsradrennen über 28 km wurde morgens um Sechs Uhr gestartet, es gewinnt die Wanderlust Glottertal vor dem RV Kollnau, der Concordia Yach, und der Concordia Waldkirch. Der Radsportbezirk Elztal ehrt die Concordia für 15 jährige Mitgliedschaft in der Vereinigung.

Heftige Diskussionen gibt es wegen einem Antrag, die Musiker beitragsfrei zu stellen. „Um den Frieden innerhalb des Vereins zu erhalten" zahlen diese freiwillig eine Mark pro Jahr. Von den übrigen Mitgliedern werden zukünftig 2,40 Mark eingefordert.

1928

Für die Musikabteilung wird ein eigener Vorstandsposten eingeführt welcher dafür zu sorgen hat „dass die Musikinstrumente nicht mehr so vernachlässigt werden". Reparaturen dürfen erst nach Genehmigung des Gesamtvorstandes vorgenommen werden. Erster Musikvorstand wird Albert Schätzle.

Aufgrund anhaltender Geldnot kommt es immer wieder zu Differenzen zwischen Radsportabteilung und Musikkapelle. Diese wird angewiesen ihre Ausgaben „auf das Äußerste" einzuschränken.

Musikdirigent Eduard Reichert aus Gutach wird für seine Tätigkeit mit einem Klafter Brennholz sowie mit einer nicht bekannten Menge an Kartoffeln bezahlt. Zwei Vereinsmitglieder stellen Pferde  und Wagen für den Transport zur Verfügung. Die Kartoffeln werden von Vereinsmitgliedern gespendet, das Holz wird zu 45 Mark für das Klafter vom Ladhöfer Holzhändler Klausmann gekauft.

1929

Die Finanzsituation des Vereins hat sich auch aufgrund der anhaltenden Weltwirtschaftskrise weiter dramatisch verschlechtert. Um dringend benötigte Musikinstrumente anschaffen zu können, stellt der Verein einen Antrag an den Bürgerausschuss von Prechtal für ein zinsloses Darlehen über Dreitausend Mark. Dieses Darlehen soll in zehn Jahresraten zu je Dreihundert Mark zurückgezahlt werden.